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Hausgedächtnis
35 Grad im Homeoffice: Wie ich meinen Altbau mit einer Split-Klimaanlage doch noch kühl bekam
Foto: Andrianto Cahyono Putro via Pexels
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35 Grad im Homeoffice: Wie ich meinen Altbau mit einer Split-Klimaanlage doch noch kühl bekam

Mein ehrlicher Bericht: Die Hitze im Dachgeschoss meines 230 Jahre alten Hauses war unerträglich. So lief die Nachrüstung einer Klimaanlage wirklich ab.

Es war einer dieser Tage im Juli, an denen das Thermometer schon morgens um zehn Uhr auf 30 Grad klettert. Mein Büro unterm Dach unseres alten Gasthauses von 1790 wurde zur Sauna. Die dicken Lehmwände speichern Wärme wunderbar – leider auch im Sommer. An produktives Arbeiten war nicht zu denken. Die Idee, eine Klimaanlage nachzurüsten, fühlte sich in diesem alten Gemäuer erst falsch an. Aber die Not war größer.

Meine erste Recherche war ernüchternd. Eine zentrale Klimaanlage kam nicht in Frage – unbezahlbar und hätte bedeutet, das halbe Haus wieder aufzureißen. Und die mobilen Geräte aus dem Baumarkt, die ich bei Freunden erlebt hatte? Laut wie Staubsauger, mit einem Abluftschlauch, der mehr Probleme macht als er löst. Ich war kurz davor, den Sommer einfach abzuschreiben.

Ein Plan, ein Eichenbalken und zwei Kupferrohre

Ein befreundeter Handwerker brachte mich dann auf die Idee einer einfachen Split-Klimaanlage, die er Luft-Luft-Wärmepumpe nannte, weil sie auch heizen kann. Die Lösung klang genial: nur eine kleine Außeneinheit, eine unauffällige Inneneinheit und dazwischen eine einzige Bohrung durch die Wand. Wir entschieden, es gemeinsam anzupacken. Fast hätte ich so ein Billig-Set zum Selbsteinbau gekauft, aber er riet mir dringend davon ab. Der Umgang mit Kältemittel ist nichts für Laien, und ohne eine professionelle Vakuumpumpe wird das System nie richtig dicht und effizient. Der erste Rückschlag ließ auch nicht lange auf sich warten. Wir setzten den 65-mm-Kernbohrer an der geplanten Stelle in der Giebelwand an. Nach zehn Zentimetern Ziegelmauerwerk gab es einen Ruck und nichts ging mehr. Wir hatten einen alten Eichenbalken vom Fachwerk getroffen. Ein Verschieben der Bohrung um 20 Zentimeter nach links löste das Problem, aber der Vorfall hat mir mal wieder gezeigt: Im Altbau ist hinter jeder Wand eine Überraschung. Seit diesem Tag mache ich bei jeder Sanierungsarbeit Fotos von den offenen Wänden, allein um bei der nächsten Bohrung zu wissen, was mich erwartet.

Die Leitungen waren schnell durch die Wand geführt, doch dann stand die nächste Frage im Raum: Wohin mit dem Kondenswasser? Der kleine Schlauch, aus dem im Kühlbetrieb stetig Wasser tropft, musste weg. Unser erster Plan – einfach nach draußen hängen lassen – scheiterte an der Ästhetik und der Tatsache, dass es direkt auf die frisch verlegten Terrassenplatten getropft hätte. Also mussten wir den Schlauch unauffällig an der Fassade entlang bis zum nächsten Fallrohr der Dachrinne führen. Ein Mehraufwand von zwei Stunden, den wir null auf dem Schirm hatten.

Die Inbetriebnahme selbst war dann Sache des Profis. Er hat die Leitungen angeschlossen, mit Stickstoff abgedrückt, um die Dichtigkeit zu prüfen, und dann das System mit einer Vakuumpumpe evakuiert, bevor er das Kältemittel eingefüllt hat. Drei Wochen später lag die Rechnung über knapp 2.800 Euro für Gerät und Montage im Briefkasten und wanderte erstmal in den großen Ordner für Hausunterlagen. Erst Monate danach, bei der Steuererklärung, fiel mir wieder ein, dass man solche Handwerkerleistungen absetzen kann. Nach einer halben Ewigkeit des Suchens hielt ich den Zettel endlich in der Hand – und mir wurde klar, wie chaotisch meine Ablage eigentlich war. Nicht nur für die Steuer, auch für die Gewährleistung oder zukünftige Wartungen sind diese Unterlagen Gold wert. Genau dieser Moment war der Anstoß, eine bessere Lösung zu finden und alles an einem digitalen Ort zu bündeln, sodass ich Rechnungen, die Fotos vom Einbau und Wartungstermine immer griffbereit habe. Deshalb habe ich die App Hausgedächtnis entwickelt.

Jetzt, ein Jahr später, läuft das Gerät im Sommer fast täglich. Die Kühlleistung ist eine Offenbarung und es ist dabei flüsterleise. Im Herbst nutzen wir sogar die Heizfunktion, um die große Gasheizung länger auszulassen. Es war eine der besten Einzel-Investitionen in unserem alten Haus und der Beweis, dass moderne Technik und ein 230 Jahre altes Gebäude sich nicht ausschließen müssen. Manchmal frage ich mich aber, ob ein Multi-Split-System mit einem zweiten Gerät für das Schlafzimmer nicht doch die klügere Wahl gewesen wäre.

Auch ein scheinbar kleines Projekt wie diese Nachrüstung sollte man sauber dokumentieren, um den Überblick über Kosten und Materialien zu behalten – gerade im Altbau, wo alles anders ist. Genau dafür nutze ich selbst meine „Renovierungsprojekte“ im Hausgedächtnis, damit später nichts fehlt und ich beim Verkauf alle Belege habe. Probiere es einfach aus: Hausgedächtnis kostenlos testen.