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Hausgedächtnis
Kosten Sanierung Altbau: Was wirklich auf der Rechnung steht – und was nicht
Foto: Clay Banks via Pexels
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Kosten Sanierung Altbau: Was wirklich auf der Rechnung steht – und was nicht

Eine ehrliche Kostenanalyse für Altbausanierer. Von Handwerkerrechnungen und §35a EStG bis zum wahren Wert der Eigenleistung. Praktische Zahlen und Fallstricke.

Jeder Sanierungsplan für einen Altbau ist im Grunde eine gut gemeinte Lüge. Meine erste Kalkulation für unser altes Gasthaus von 1790 war um fast 40 % zu niedrig. Nicht weil der Handwerker schlecht war, sondern weil das Haus unter jeder Schicht Tapete neue, teure Wahrheiten offenbarte. Die finanzielle Realität einer Sanierung hat wenig mit den Hochglanz-Magazinen zu tun, denn ein Angebot ist im Bestandsbau immer nur eine Schätzung. Niemand kann seriös sagen, was hinter der Wandverkleidung von 1970 lauert. Im Obergeschoss war es bei uns ein komplett verfaulter Fachwerkbalken, versteckt hinter einer Gipskartonplatte. Aus „mal eben neu verputzen“ wurden plötzlich statische Ertüchtigungsarbeiten, die mehrere tausend Euro extra kosteten und den Zeitplan um Wochen zurückwarfen.

Das sind die typischen Kostentreiber, die in keiner Kalkulation stehen: unerwartete Bauschäden, massive Preissteigerungen bei Material während des Projekts (Holz und Dämmstoffe waren bei uns extrem) und der berüchtigte „Wenn-wir-schon-dabei-sind“-Effekt. Wenn die Wand eh offen ist, legen wir doch gleich noch ein Netzwerkkabel, oder? Jede dieser kleinen Entscheidungen summiert sich. Aber wo zieht man die Grenze zwischen sinnvoller Ergänzung und ausuferndem Projekt?

Handwerkerrechnungen richtig lesen und nutzen

Eine Handwerkerrechnung ist mehr als nur eine Zahlungsaufforderung, sie ist ein wichtiges Dokument. Lohn-, Material- und Fahrtkosten sollten getrennt ausgewiesen sein. Genau diese Trennung ist entscheidend für die Steuer.

Nach § 35a EStG kannst du 20 % der Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten für Handwerkerleistungen von deiner Steuerschuld abziehen. Das gilt für Arbeitskosten bis zu 6.000 Euro pro Jahr, was eine maximale Steuerersparnis von 1.200 Euro bedeutet. Wichtigste Voraussetzung: Du musst die Rechnung per Überweisung bezahlen. Barzahlungen mit Quittung erkennt das Finanzamt nicht an.

Genau hier beginnt aber oft das Problem. Die Steuererklärung macht man ja erst im Folgejahr. Die Realität sah bei mir so aus, dass die Rechnungen in drei verschiedenen Ordnern und diversen E-Mail-Postfächern verstreut lagen. Man riskiert den Steuervorteil von 1.200 Euro, weil ein Beleg fehlt. Das war der Punkt, an dem mir klar wurde, dass ich einen zentralen, digitalen Ort für alles brauche. Eine Rechnung ist ja nicht nur für die Steuer wichtig, sie ist auch der Beleg für die Gewährleistung nach § 634a BGB, die bei fest eingebauten Dingen immerhin fünf Jahre beträgt. Deshalb scanne ich jetzt jede Rechnung direkt und archiviere sie digital, zum Beispiel in einem Tool wie dem Hausgedächtnis. So finde ich sie in drei Sekunden wieder, wenn das Finanzamt oder ein Versicherungsfall es verlangt.

Die unsichtbaren Kosten: Eigenleistung, Werkzeug und Entsorgung

„Ich mache viel selbst, das spart Geld.“ Ja, aber Eigenleistung ist nicht kostenlos. Die Stunden, die ich damit verbracht habe, Lehmputz an die Wände zu werfen oder Dielenböden abzuschleifen, sind Stunden, in denen ich kein Geld in meinem eigentlichen Job verdient habe. Rechnet man das gegen, sieht die Bilanz oft anders aus. Dazu kommt das Werkzeug. Für den Bodenausgleich im Obergeschoss brauchte ich eine hochwertige Tauchsäge mit Führungsschiene. Kostenpunkt: knapp 780 Euro. Die habe ich seitdem genau zweimal wieder benutzt. Mieten wäre günstiger gewesen. Die vielen kleinen Ausgaben für Schrauben, Schleifpapier, Pinsel und Abdeckfolie summieren sich schnell auf vierstellige Beträge im Jahr, die man in keiner Planung berücksichtigt.

Eine der größten Überraschungen für mich waren die Entsorgungskosten. Ein Container für Bauschutt kostet je nach Größe und Region schnell 450 Euro. Für unser altes Dachgebälk und den Putz brauchten wir drei davon. Das sind allein über 1.300 Euro nur für Müll.

Typische Kostenpunkte einer Kernsanierung im Altbau

Um ein Gefühl für die Dimensionen zu bekommen, hier ein paar Zahlen aus unserem Projekt in Thüringen. Die können je nach Region und Standard natürlich abweichen, zeigen aber die Relationen ganz gut.

Gewerk / MaßnahmeMaterialkosten (ca. pro Einheit)Lohnkosten Handwerker (ca.)Meine Anmerkung / Fallstricke
Elektrik (pro Raum)600 - 1.000 €1.000 - 1.500 €Meist muss der ganze Sicherungskasten neu. Das wird oft vergessen.
Lehmputz (pro m²)20 - 30 € (inkl. Unterputz)50 - 70 €Die Vorbereitung des Untergrunds ist 80 % der Arbeit und der Kosten.
Dielenboden aufarbeiten10 - 15 € (Schleifmittel, Öl)25 - 40 € pro m²Oft sind einzelne Dielen nicht mehr zu retten und müssen ersetzt werden.
Heizkörper austauschen300 - 800 € pro Stück200 - 400 € pro StückPasst der neue Heizkörper an die alten Rohre? Meistens nicht.
Fenster (Holz, 3-fach)1.000 - 1.500 € pro Fenster400 - 600 € pro FensterDer Anschluss an die Fassade (Laibung) ist im Altbau extrem aufwändig.

Nach der Sanierung: Laufende Kosten und Pflichten

Ein saniertes Haus ist kein fertiges Haus. Es ist der Startpunkt für eine Kette von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Die Heizung braucht ihre jährliche Wartung, nicht nur weil es sinnvoll ist, sondern weil die meisten Wohngebäudeversicherungen das im Schadensfall als Obliegenheit voraussetzen. Fehlt der Nachweis, kann die Leistung gekürzt werden. Der Schornsteinfeger kommt je nach Anlage mehrmals im Jahr. Auch diese Protokolle sind versicherungsrelevant.

Und dann sind da die gesetzlichen Vorgaben. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zwingt mich zum Beispiel mittelfristig dazu, meine über 20 Jahre alte Gasheizung zu ersetzen. Das ist eine Investition von locker 25.000 Euro, die ich bereits jetzt einplanen muss. Man saniert also nicht nur für den Moment, sondern managt den Zustand und die laufenden Kosten einer Immobilie. Die jährlichen Ausgaben für Wartung, Versicherung, Grundsteuer und kleine Reparaturen liegen bei uns, den Kredit mal ausgenommen, bei rund 5.000 Euro. Dieses Geld sollte man fest einplanen.

Ein Haus atmet finanziell. Mal braucht es mehr, mal weniger. Die Illusion, irgendwann „fertig“ zu sein, habe ich längst aufgegeben. Es geht darum, den Überblick zu behalten, die wichtigen Dokumente parat zu haben und zu wissen, welche finanzielle Belastung als Nächstes kommen könnte. Vielleicht ist genau das das Geheimnis eines entspannteren Lebens im Eigenheim.

Die wahre Kostenanalyse meiner Sanierung hat mir gezeigt, dass nur eine lückenlose Dokumentation jeder Rechnung und Eigenleistung finanzielle Klarheit schafft und belastbare Nachweise für den späteren Hausverkauf liefert, damit unser Altbau wirklich “atmen” kann. Ohne diese Struktur gehen sonst wertvolle Investitionen verloren; deshalb nutze ich für meine Renovierungsprojekte die Unterstützung vom Hausgedächtnis kostenlos testen.